Celebrity Deathmatch - Presse
 
 
 
Konradsblatt:
Menschenverachtend: Politiker im Todeskampf

Was die amerikanische  Trickfilmserie „Celebrity Deathmatch“ – übersetzt Todeskampf der Berühmtheiten – zeigt, ist dumpf und menschenverachtend. Prominente aus Politik, Showbusiness oder Sport verprügeln sich gegenseitig. Schon seit einiger Zeit sind die Kämpfe Harrisson Ford gegen Samuel Jackson oder Bill gegen Hillary Clinton auf dem Musiksender MTV zu sehen. MTV rechtfertigt die Daseinsberechtigung der Serie mit ihrer „eindeutig satirischen Absicht“. Eine Satire will Missstände oder bestimmte Anschauungen kritisieren, indem es sie lächerlich macht. Selbst wenn die allzu oft belanglosen verbalen Hahnenkämpfe auf dem politischen Parkett, die Phrasen der Sportler und Entertainer danach schreien lächerlich gemacht zu werden, dann aber bitte nicht auf diese Unart.
Wer sich das anschaut, muss durch grausame Bilder aus Kriegsgebieten und etliche gewaltverherrlichende Actionfilme schon ganz schön abgestumpft sein. Jedem anderen würde das Lachen im Halse stecken bleiben, wenn sich die Trickfilmfiguren gegenseitig die Arme rausreißen, die Köpfe einschlagen und das Blut spritzt. Tatsächlich gibt es offenbar genug Zuschauer, die sich lachend auf die Schenkel klopfen, wenn Köpfe rollen, Chips mampfen, wenn das Blut in Strömen fließt – und nur in der Werbepause an den Kühlschrank rennen, um sich noch ein kühles Bier zu holen. Sonst wäre MTV wohl kaum auf die Idee gekommen, die Serie mit deutschen Prominenten zu produzieren. Voraussichtlich Anfang Juni soll die deutsche Version von „Celebrity Deathmatch“ starten. Was ist mit der Achtung gegenüber Personen des öffentlichen Lebens, seien es nun der Bundeskanzler, Fußballer Mario Basler oder Entertainer Thomas Gottschalk?

Lautstarker Protest ist trotzdem die falsche Reaktion. Das Beispiel Big Brother hat gezeigt: Kritik von Politikern oder Kirchen sorgt nur für höhere Popularität dieser Sendungen und damit für bessere Einschaltquoten bei den ausstrahlenden Sendern. Der Fernsehzuschauer hat ein effektives Mittel zur Bestrafung: umschalten, oder noch besser: ausschalten. 

Burkhard Schäfers